Bewegung trainiert auch den Verstand
Klug durch Joggen?
Gehirnjogging ist ein beliebtes und bekanntes Hobby geworden, mit dem sich Millionen von Menschen jeden Alters beschäftigen. Doch wie sieht es denn aus, wenn man das Wort „Gehirnjogging“ wörtlich nimmt? Reicht es aus, wenn man Tag für Tag mit verschiedenen Konzentrations- und Denkaufgaben das Gehirn trainiert? Oder sollte man das auch das Joggen wörtlich nehmen und sich auch körperlich bewegen, wenn man seinen Geist optimal trainieren möchte?
In den letzten 10 Jahren haben sich genau mit dieser Frage eine Reihe von Studien beschäftigt. Untersucht wurde der Einfluss einer ganzen Reihe von Lebensstil-Faktoren auf den Verstand. Dabei wurde insbesondere der Einfluss der Bewegung auf die Hirnleistung bei älteren Menschen analysiert. Und dies besonders gründlich: Viele der Studien wurden mit Tausenden von Probanden über mehrere Jahre durchgeführt. Grundsätzlich sind können die Studien in drei Kategorien eingeteilt werden: Umfragen, so genannte Interventionsstudien Studien (z.b. klar definiertes Fitnesstraining) und Untersuchungen zu biologischen Veränderungen:
Umfragen sind ihrer Natur gemäß nur selten beweisend, können jedoch aufgrund der meist großen Zahl der Befragten schon Tendenzen aufzeigen. Viele dieser Studien haben jedoch schon gezeigt, dass regelmäßige Bewegung über einen längeren Zeitraum (mehrere Jahre) den geistigen Abbau im Alter verzögern kann.
Wie sehen die Ergebnisse bei den Interventionsstudien aus? Auch hier wurde in zahlreichen Studien ein vorteilhafter Effekt von Fitnesstraining auf die geistige Leistungsfähigkeit dokumentiert. Wenn man sich diese Ergebnisse im Detail anschaut, wird es noch spannender: Fitness Training scheint insbesondere die geistigen Funktionen zu stabilisieren, die im Alter besonders bedroht sind. Dies sind Funktionen wie Arbeitsgedächtnis, Planen und paralleles Bearbeiten mehrerer Aufgaben (Multitasking). Eine zweite interessante Lehre kann man aus diesen Studien ziehen: Das Fitness Training wirkte offensichtlich dann besonders gut auf die geistigen Leistungen, wenn es aus einer Kombination aus Konditions-, Kraft- und Flexibilitätstraining bestand.
Die Ergebnisse der auf die biologischen Veränderungen ausgerichteten Studien unterstützen die beschriebenen Erfolge. Fitnesstraining verändert auf positive Weise den Stoffwechsel im Gehirn.
Die Konsequenz für den Alltag ist eindeutig: Ein ausgewogenes Fitnesstraining, das sowohl Ausdauer-, Kraft- und Flexibilitätsübungen umfasst, pflegt auch den Geist.
Literatur
- Exercise, cognition and the aging brain. J Appl Physiol 2006
- Leisure time physical activity at midlife and the risk of dementia and Alzheimer’s disease. Lancet Neurol 2005
- Fitness Training and the Brain: From Moleculs to Minds. Proc. Of the Cognitive Aging Conference, Atlanta 2006
- Physical activity including walking and cognitive function in older women. J Am Med Assoc 2004
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