Licht und Befinden- Kompetenzzentrum Gesundheitstourismus

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Haben Sie heute genug richtiges Licht gesehen?

Haben Sie heute genug richtiges Licht gesehen?

Sonnenlicht bricht durch Wolken

Wie das Licht unser Befinden beeinflusst

Jeden Tag um 14.30 begann im Büro einer der drei Überwacher der Kraftwerksregelkreise zu gähnen. In dem fensterlosen Raum breitete sich die allseits bekannte Müdigkeit aus und wie immer bestellte das Team Kaffee. Alle waren sich ihrer Verantwortung bewusst und wollten weiter möglichst aufmerksam sein. Das Tief am Nachmittag hielten alle für unvermeidlich. Alle fürchteten jedoch die Wintermonate, denn in dieser Zeit war es geradezu quälend, eine lückenlose Überwachung sicherzustellen und nicht zeitweilig zu dösen.

Eine Analyse der Arbeitsbedingungen ergab ein klares Ergebnis: Das Team litt unter unterdosiertem und „falschem“ Licht. In Anbetracht der monotonen Arbeit war der Raum ansprechend gestaltet, das Licht war gedämpft und „weich“. Genau dies wird vom Körper jedoch als Signal zu verminderter Aufmerksamkeit interpretiert.

In einer Studie wurde der Einfluss des Lichtes auf die Schläfrigkeit am Nachmittag untersucht. Eine Gruppe saß mittags 30 Minuten lang an einem hellen Fenster und eine zweite Gruppe wurde für die gleiche Zeit an ein verdunkeltes Fenster gesetzt. Der gesamte Resttag wurde in dem arbeitsüblichen Zwielicht verbracht. Bei beiden Gruppen wurde vor während und nach der Zeit am Fenster der Wachheitsgrad gemessen. Das Ergebnis zeigte eine höhere Wachheit bei der „Hellfenstergruppe“, die auch noch eine Stunde nach der hellen Zeit registriert werden konnte.

Dieser wach machende Effekt hellen Lichtes scheint auch bei ausgeprägtem Schlafmangel zu wirken. In einer weiteren Studie wurden Probanden nach zwei Tagen Schlafentzug einen Arbeitstag lang entweder sehr hellem Licht ausgesetzt oder Dämmerlicht. Auch hier zeigte sich eine höhere Leistungsfähigkeit bei der „Helllichtgruppe“.

Aber nicht nur die Intensität des Lichtes, auch seine Tönung scheint Einfluss auf die Leistungsfähigkeit zu haben. Wieder wurden zwei Teams unterschiedlichen Lichtkonditionen ausgesetzt. Beide Teams arbeiteten 4 Wochen unter hellem Licht, das in einem Falle weiß, im anderen Falle leicht bläulich war. Das Ergebnis war überraschend: Die Blaulichtgruppe war aufmerksamer und konnte sich besser konzentrieren, sie war besser gestimmt und weniger irritierbar. Zusätzlich konnte die Blaulichtgruppen nachts besser schlafen.

Die Konsequenz aus diesen und ähnlichen Studien ist einfach: Lichtmangel raubt Kraft. Ausreichend und richtiges Licht ist essentiell für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Insbesondere in den Wintermonaten und an dunklen Arbeitsplätzen sollte man aktiv für die richtige Lichtdosis sorgen. Falls dies nicht auf natürlichem Wege möglich ist, bieten sich Tageslichtlampen bis hin zu sogenannten „Lichtduschen“ an. Lichtduschen sind handliche Lichtflächen, die eine definierte Lichtmenge pro Zeiteinheit abgeben und auch bei der vorwiegend im Winter auftretenden auch lichtmangelinduzierten Depression auftreten.

Literatur

Literatur

  • Daytime exposure to bright light, as compared to dim light, decreases sleepiness and improves psychomotor vigilance performance. Sleep. 2003
  • Indoor exposure to natural bright light prevents afternoon sleepiness. Sleep. 2006.
  • Blue-enriched white light in the workplace improves self-reported alertness, performance and sleep quality. Scand J Work Environ Health. 2008

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