Die Knochen stärken – durch Bewegung
Sport gegen Osteoporose
Die Osteoporose stellt insbesondere bei älteren Frauen ein häufiges, die Lebensqualität deutlich einschränkendes Problem dar. Die Schmerzbelastung steigt, die Mobilität wird aus Angst vor Knochenbrüchen geringer, manchmal sind diese auch bei maximaler Vorsicht nicht zu vermeiden. Eine beginnende Osteoporose kann man durch die Messung der Knochendichte erkennen. Das Problem ist vielen bereits in jungen Jahren bekannt und die Bereitschaft entsprechend hoch, frühzeitig etwas gegen die Gefahr einer Osteoporose zu unternehmen.
Im Folgenden werden die Schutzmaßnahmen gegen Osteoporose aus der Perspektive des körperlichen Trainings beleuchtet.
Vor dem Hintergrund der verbreiteten Kenntnis um die Erkrankung erhält die primäre Prävention, also die Aktivierung von Schutzmaßnahmen ohne Bekanntheit von Risikofaktoren oder ersten Anzeichen einer Erkrankung, eine besondere Bedeutung. Studien haben hier gezeigt, dass eine bestimmte Trainingsform einen besonders „knochenstärkenden“ Effekt hat: Das Trainieren mit Gewichten oder entsprechend gegen einen Widerstand. Zahlreiche Studien haben sowohl bei jüngeren als auch älteren Teilnehmern einen positiven Effekt dieses Trainings auf die Entwicklung der Knochendichte gezeigt.
Auch wenn die Knochendichte bereits nachweislich reduziert ist, scheint in vielen Fällen ein Training sinnvoll. Untersuchungen weisen darauf hin, dass ein geeignetes Training sogar einen gewissen Teil an verlorener Knochendichte zurückbringen kann.
In einer Studie nahmen über 75-85 jährige Frauen, bei denen eine erniedrigte Knochendichte nachgewiesen worden war, an einem Training über 6 Monate teil. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe absolvierte ein Widerstands-Training, eine Gruppe ein Beweglichkeitstraining und eine dritte Gruppe unternahm Stretching-Übungen. Nach Abschluss der 6 Monate zeigte sich bei der Gruppe, die lediglich Stretching durchführte, sogar eine leichte Abnahme der Knochendichte. Bei den beiden übrigen Gruppen jedoch war die Knochendichte im Vergleich zur Ausgangssituation sogar erhöht, wenn auch an unterschiedlichen Bereichen. Eine weitere Studie zeigte ebenfalls, dass ein geeignetes Training über 2 Jahre Verringerung der Knochendichte verzögerte.
Zusammenfassend gesehen zeigen eine Vielzahl von Studien, dass geeignetes Training (Gewicht, Widerstand etc.) den Abbau des Knochens dauerhaft verzögern kann. Vorteilhaft ist ein frühzeitiger Beginn des Trainings, aber positive Effekte sind auch im höheren Alter dokumentiert.
Selbstverständlich muss das erhöhte Risiko eines Knochenbruches dem potenziellen Vorteil des Trainings gegenübergestellt werden.
Literatur
- The effect on behavior and bone mineral density of individualized bone mineral density feedback and educational interventions in premenopausal women. Winzenberg et al. BMC Public Health 2006
- Health benefits of physical activity. Warburton et al. CMAJ 2006
- Physical activity, functional limitations, and the risk of fall-related fractures in community-dwelling elderly. Stevens et al. Ann Epidemiol 1997
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