Schlafmangel und Figur- Kompetenzzentrum Gesundheitstourismus

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Appetit auf eine Mitternachtssuppe?

Appetit auf eine Mitternachtssuppe?

Schlafende Frau

Schlafmangel verändert die Figur

Das Paar war in das Zentrum gezogen, um die Angebote der Großstadt besser genießen zu können. Die Arbeit war anstrengend und sie lebten nach dem Motto: „Hard work, hard party“. Die Nächte waren zur Unterhaltung da und selten wurde mehr als sechs Stunden geschlafen. Trotz des regelmäßigen Sports nahmen beide kontinuierlich an Gewicht zu. Der Appetit wuchs und wuchs und sie gewöhnten sich an, nach 23.00 noch einmal ein zweites Abendessen zu sich zu nehmen. Das Ausmaß ihres Appetits und das drohende Übergewicht war beiden lästig und unerklärlich.

Über unser Schlafverhalten greifen wir unmittelbar in unseren Hormonhaushalt ein. Studien bei gesunden jungen Probanden haben gezeigt, dass über längere Zeit andauernder Schlafmangel zu einer Fehlregulation des Appetits führen kann. Der Hunger wird verstärkt, der Zuckerstoffwechsel verändert sich und im Endeffekt scheint selbst das Risiko für das Entstehen einer Zuckerkrankheit zu steigen.

Bestimmte Schlafphasen in ausreichender Dauer sind notwendig, um den Körper zu regenerieren: Die Herzfrequenz und der Blutdruck sinken, Stresshormone werden vermindert und Wachstumshormone werden vermehrt freigesetzt. Auch die für das Hungergefühl zentralen Hormone Leptin und Ghrelin werden durch den Schlafrhythmus reguliert. Niedrige Leptin- und hohe Ghrelin- Blutwerte verstärken den Hunger, wenn es an Schlaf gemangelt hat.

Der Stoffwechsel wird jedoch noch in weiteren Punkten durch Schlafmangel aus dem Tritt gebracht: Das Hormon Insulin sorgt unter anderem für eine regelrechte Verstoffwechslung des Zuckers. Die Empfindlichkeit der Zellen auf Insulin wird jedoch durch den Schlafmangel herabgesetzt. Der Energiestoffwechsel ist damit gestört.

Erst in den letzten Jahren ist aufgefallen, dass zwischen dem zunehmenden Schlafmangel in der westlichen Bevölkerung und der ebenfalls zunehmenden Neigung zu Übergewicht und der Zuckerkrankheit gegebenenfalls ein kausaler Zusammenhang besteht.

Noch alarmierender ist dabei die Tatsache, dass die beschriebenen Auswirkungen des Schlafmangels auf den Hormonstoffwechsel auch bei jungen Menschen zu beobachten sind. Die Gewichtsprobleme vieler Kinder könnten somit auch durch den Schlafmangel mit bedingt sein.

Vor diesem Hintergrund ist gerade im Rahmen von Bemühungen zur Gewichtsabnahme darauf zu achten, ausreichend zu schlafen. Das Ziel wird dadurch wahrscheinlich leichter erreicht.

Literatur

Literatur

  • Metabolic consequences of sleep and sleep loss. Sleep Med. 2008
  • Sleep and the epidemic of obesity in children and adults. Eur J Endocrinol. 2008
  • Impact of sleep and sleep loss on neuroendocrine and metabolic function. Horm Res. 2007

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