Schlaftypen: Lerche oder Eule?- Kompetenzzentrum Gesundheitstourismus

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Lerche oder Eule?

Lerche oder Eule?

Eule

Schlaftypen

Jeder kennt den Unterschied: Manche Menschen, die „Lerchen“, sind morgens um 6.00 fröhlich und wach, gehen aber gern um 22.00 ins Bett, andere, die „Eulen“ sind vor 9.00 kaum ansprechbar, blühen aber ab 21.00 so richtig auf. Extreme Lerchen gehen dann ins Bett, wenn die extremen Eulen aufstehen. Die einen verabscheuen die Arbeit am Abend, die anderen haben dann ihre produktive Zeit.

Der Schlaftyp bestimmt die bevorzugten Zeiten für Aktivität und Ruhe im Laufe des Tages. Die Verteilung der Schlaftypen ist weltweit identisch: Sie folgt einer Gauß`schen Kurve mit entsprechenden Extremen an beiden Seiten. Während der Pubertät verschiebt sich der Durchschnitt in Richtung späteren Erwachens, nach der Pubertät wieder mehr in Richtung früheren Aufstehens.

Im Alltag treffen dabei beide Schlaftypen naturgemäß auf unterschiedliche Herausforderungen.

Eine Befragung zeigte erwartungsgemäß große Unterschiede im Umgang mit Arbeitstagen und freien Tagen. In der Arbeitswoche häufen die Eulen eine „Schlafschuld“ an, die an den freien Tagen durch vermehrten Schlaf „abgearbeitet“ wird. Die Lerchen hingegen schlafen gleichmäßig lang in der Arbeitswoche und am Wochenende. Eulen leben also offensichtlich in der Arbeitszeit gegen ihren Rhythmus und gewöhnen sich auch nicht daran.

In einer weiteren Studie wurde der Unterschied zwischen dem Schlafverhalten im Urlaub und außerhalb der Urlaubszeit untersucht. Hier zeigte sich ein zusätzlicher Unterschied zwischen Lerchen und Eulen: Lerchen schliefen sowohl im als auch außerhalb des Urlaubs insgesamt länger. Ob dies an einem größeren Schlafbedürfnis der Lerchen liegt oder andere Gründe hat ist noch nicht geklärt.

Die Unterschied zwischen Lerchen und Eulen liegt in inneren Uhr eines jeden Individuums. Diese innere Uhr findet sich in nahezu jedem Organismus, sie ist genetisch festgelegt und nicht veränderbar.

Die innere Uhr synchronisiert in jeder Zelle des Körpers die Stoffwechselvorgänge des Körpers. Im Rahmen des so genannten „Chronotyping“ wird versucht, durch eine molekulare Analyse von Körperzellen die jeweilige individuelle Körperzeit zu bestimmen. Ziel ist eine individualisierte Medizin, die auch auf die individuelle Körperzeit Rücksicht nimmt.

Bis zur Realisierung dieser „Chronotherapie“ sollte jeder Mensch aus diesen Ergebnissen vor allem eine Konsequenz ziehen: Er sollte seinen eigenen Zeittypus ernst nehmen und danach leben – verändern kann er ihn nicht.

Literatur

Literatur

  • The circadian cycle: daily rhythms from behaviour to genes. EMBO Rep. 2005
  • Influence of chronotype and social zeitgebers on sleep/wake patterns.Braz J Med Biol Res. 2008.
  • Epidemiology of human circadian clock. Sleep Med Rev. 2007.
  • Life between clocks:daily temporal patterns of human chronotypes. J Biol Rhythms. 2003.

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