Selbsterkenntnis auf dem Fahrrad
Ablauf und Nutzen eines körperlichen Leistungstestes
Immer häufiger hört man Freizeit-Sportlern stolz erzählen, dass sie während ihrer sportärztlichen Untersuchung ihre Werte verbessert oder gehalten haben. Meistens wird dann nicht weiter ins Detail gegangen, entscheidend scheint eher der Gesamteindruck zu sein. Doch was verbirgt sich hinter diesen Untersuchungsmethoden, macht es überhaupt Sinn für einen gesunden Freizeit-Sportler, sich damit zu beschäftigen?
Um die Antwort vorwegzunehmen: Dies sollte jeder vor dem Hintergrund seiner persönlichen Art, Sport zu treiben, entscheiden. Damit diese Entscheidung auf einer gut informierten Basis getroffen wird, lohnt es sich jedoch, die Untersuchung zu verstehen:
Der sportärztliche Belastungstest wird auf einem Fahrrad oder einem Laufband durchgeführt. Während der Belastung kommen eine Reihe von Untersuchungsgeräten zum Einsatz: Ein rechnergestütztes EKG, ein Blutdruckmessgerät und häufig ein Laktatmessgerät, manchmal auch zusätzlich ein Gerät, dass die Atemgase misst (dies bei der Spiroergometrie).
Wie ist der Ablauf bei einem Gesunden, der nur seinen Leistungsstatus überprüfen möchte? Die Belastung beginnt auf niedriger Stufe und wird dann in regelmäßigen Abständen bis zur Ausbelastung gesteigert. Die Belastungsstufen werden häufig je nach Sportart variiert. Häufig wird auf dem Laufband mit 8 km/h begonnen und dann alle drei Minuten z.B. um 2 km/h gesteigert. Je nach Bauart des Laufbandes wird noch ein Neigungswinkel eingestellt.
Welche Untersuchungen werden nun während der Belastung durchgeführt? Als wichtige Basisuntersuchung wird über den gesamten Zeitraum ein EKG abgeleitet, aufgezeichnet und analysiert. Im Falle einer zusätzlichen Laktatmessung wird in regelmäßigen Abständen über einen kleinen Stich in das Ohrläppchen etwas Blut in ein Röhrchen gesogen. Wenn zusätzlich die Atemgase untersucht werden sollen, trägt man noch eine Maske, in die man ein- und ausatmet. Die so genannte Ausbelastung ist an den Untersuchungsergebnissen erkennbar und wird naturgemäß, je nach der jeweiligen Fitness, bei individuell unterschiedlichen Belastungen erreicht.
Welche Erkenntnisse kann der Freizeitsportler aus den Ergebnissen ziehen? Unabhängig von Hinweisen auf mögliche Erkrankungen ergeben sich wertvolle Befunde für das Training. So können insbesondere Hinweise auf die Intensität des Trainings gegeben werden, es kann z.B. ein individuell dosiertes Aufbauprogramm konzipiert werden. Die Wirksamkeit dieses Aufbauprogrammes kann durch eine Wiederholung der Belastungsuntersuchung geprüft werden und das Aufbauprogramm kann bei Bedarf entsprechend angepasst werden.
Literatur
- ACC/AHA Guidelines for exercise testing. J Am Coll Cardiol 1997
- Physical activity, fitness and health. Human kinetics 1994
- Leitlinien zur Belastungsuntersuchung in der Sportmedizin
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