Von der Spa-Therapie bis zu Thalasso- Kompetenzzentrum Gesundheitstourismus

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Quelle der Gesundheit und des Genusses

Quelle der Gesundheit und des Genusses

Frau sitzt neben ihrem Fahrrad in den Dünen und blickt aufs Meer

Von der Spa-Therapie bis zu Thalasso

Wasser in allen Formen wird offensichtlich schon seit Urzeiten zur Heilung und Vorbeugung von Erkrankungen verwendet. Heute erfreut sich die Spa-Therapie eines weltweiten und weiter wachsenden Zuspruches. Spa’s sind das Zentrum einer neuen Gesundheits-Kultur geworden. Welche medizinischen Traditionen liegen unserer heutigen Spa-Kultur zugrunde, wie hat sich die heutige Vielfalt entwickelt?

Schon zu Zeiten von Hippocrates (460-370 vor Christus) war die Wassertherapie mehr als nur ein hygienisches Unterfangen. Hippocrates sah die Ursache von Erkrankungen in einer Dysbalance von Körperflüssigkeiten. Das Ziel der Therapie lag konsequenterweise in einem Ausgleich dieser Dybalance. Erreicht werden sollte dies durch eine Wechsel der Lebensgewohnheiten, insbesondere durch Baden, Schwitzen, Bewegung und Massage.

Beeinflusst durch die Griechen bauten die Römer ihre Bäder gerne um Mineral- und Thermalquellen. Häufig war eine militärische Niederlassung Grund für den Bau einer solchen Anlage, die Wassertherapie wurde zur Heilung Verwundeter und zur Erholung erschöpfter Soldaten genutzt. Im Gegensatz zu den Griechen maßen die Römer der Wassertherapie im Vergleich zum körperlichen Training noch größere Bedeutung zu. Die Wassertherapie wurde insbesondere zur Vorbeugung und Heilung von Erkrankungen des Bewegungsapparates und des Urogenitaltraktes eingesetzt. Asclepiades (124 vor Christus), ein in Rom praktizierender Grieche, führte bereits die gezielte Hydrotherapie und Trinkkuren ein. Galen (131-201) zog kaltes Wasser vor, ein Konzept, dass sich bis in die Gegenwart behauptet hat.

Nach dem Zerfall des römischen Reiches folgte ein jahrhunderte langer Niedergang der Bäderkultur. Erst im 13. Jahrhundert wurden wieder die ersten öffentlichen Bäder gebaut, der Eintritt war in der Regel frei. Im 15. Jahrhundert erfuhr die medizinisch ausgerichtete Badekultur, ausgehend von Italien, einen deutlichen Aufschwung. In einem Kompendium aus dieser Zeit sind allein 72 Indikationen für eine Wassertherapie genannt. Im 17. Jahrhundert wurde auch die Spa-Kultur in Frankreich vitalisiert. Es gab zwei unterschiedliche Spa-Typen: Heisse Quellen für Trink- und Badekuren und kalte Quellen ausschließlich für Trinkkuren.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Spa-Therapie zu einem äußerst differenzierten Anwendungsfeld weiterentwickelt. Individuelle Therapien wurden entwickelt, u.a. auf der Grundlage von heißen und kalten Bädern, Schlamm- und Moorpackungen in Kombination mit Bewegungsübungen, Massagen und Diäten (s.a. Kneipp). Eine eigene Hotelkultur begann sich weltweit um die jeweiligen Spa’s zu entwickeln und wächst bis in die Gegenwart. Die Spa-Behandlungen wurden Objekt der modernen medizinischen Wissenschaft. So wurden Therapieerfolge u.a. im Bereich des Bewegungsapparates wissenschaftlich dokumentiert.

Als Spezialität in unmittelbarer Meeresnähe wurde vor ca. 100 Jahren die Thalasso-Therapie an der französischen Atlantikküste entwickelt. Heute gibt es Thalasso-Zentren sowohl an der Nordsee als auch an der Ostsee. Unter der Original Thalasso-Therapie versteht man kurz gefasst die gleichzeitige Anwendung aller Elemente des Meeresmilieus unter ärztlicher Kontrolle. Für Original-Thalassozentren gibt es detaillierte Kriterienkataloge. Thalasso-Kuren beinhalten unter anderem lokal gewonnenes Meerwasser, Meeresprodukte wie Schlick oder Algen, Klimaexposition sowie Bewegungs- und Ernährungstherapie.

Literatur

Literatur

  • Combined spa-exercise therapy is effective in patients with ankylosing spondylitis: a randomized controlled trial. Van Tubergen et al. Arthritis Rheum 2001
  • Balneotherapy for rheumatoid arthritis and osteoarthritis (Cochrane Review). Verhagen et al. The Cochrane Library, Issue 1. Oxford: Update Software 2001
  • Thalassotherapie - Definition und Kriterien des Europäischen Heilbäderverbandes
  • A brief history of spa therapy. Van Tubergen et al. Ann Rheum Dis 2002

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