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Stress und Gesundheit

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Gestresster Mann im Büro mit Ordnerstapeln

Wie Gefühle den Körper verändern

Jeder kennt den Begriff des Stresses und viele differenzieren zwischen positivem und negativem Stress. Der negative Stress wird dann mit negativen körperlichen Auswirkungen verbunden, die genaueren Zusammenhänge bleiben jedoch meist unklar. Ein besseres Verständnis des Wesens von Stress und seinen körperlichen Effekten kann auch zu seiner Bewältigung beitragen. Was kann die Biologie an nützlichen Erkenntnissen zum Zusammenhang zwischen Stress und Körper beitragen?

Aus biologischer Sicht ist der Unterschied zwischen akuter und chronischer Stressantwort wesentlich. Die akute Stressantwort startet innerhalb von Sekunden. Unter anderem werden Adrenalin und Kortisol ausgeschüttet, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Muskulatur wird vermehrt, die Verdauungsorgane weniger durchblutet. Die akute Stressreaktion stellt kurzfristig maximale Energie bereit, um den Körper auf eine akute Gefahr hin adäquat reagieren zu lassen. In der Regel ist sie nach maximal 20 Minuten beendet. Akute Stressreaktionen sind nicht gesundheitsschädlich, solange sie innerhalb kurzer Zeit wieder abklingen.

Schädlich wird die Stressreaktion dann, wenn sie chronisch aktiviert ist. Sie führt dann z.B. zu hohem Blutdruck, der auf Dauer wiederum die Gefahr einer koronaren Herzkrankheit oder eines Schlaganfalles erhöht. Zusätzlich wird das Immunsystem gestört mit der Folge einer verzögerten Wundheilung und einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen. Personen unter chronischem Stress ziehen sich z.B. leichter eine Atemwegsinfektion zu und haben vermehrt Komplikationen nach einem chirurgischen Eingriff. Nach einer Impfung werden unter den Bedingungen des chronischen Stresses weniger Antikörper gebildet und damit auch ein geringere Impfschutz erreicht.

Zusätzlich scheint chronischer Stress das Auftreten von Autoimmunreaktionen zu begünstigen. So wurde z.B. unter bei Patienten mit rheumatoider Arthritis beobachtet, dass chronischer Stress zu vermehrten Schwellung und geringerer Mobilität führte.

Eine wesentliche Erkenntnisse wurde durch eine Studienübersicht gewonnen: Je länger der chronische Stressor andauerte, desto gravierender war die Störung des Immunsystems. Die Ausprägung der negativen Effekte des Stresses, also die körperliche Verwundbarkeit durch den Stress, war jedoch auch abhängig von Faktoren wie Alter und allgemeiner Konstitution.

Betrachtet man die Befunde der Biologie zu den Reaktionen des Körpers auf empfundenen Stress, bleibt nur ein Rückschluss: Wenn man den Eindruck hat, unter chronischem Stress zu leiden, sollte man dies ernst nehmen und professionelle Hilfe suchen.

Literatur

Literatur

  • Stress and health: Psychological, Behavioral, and Biological Determinants. Schneiderman et al. Annu Rev Clin Psychol 2005
  • Psychological Stress and the Human Immune System: A <st1:place w:st="on">Meta-</st1:place>Analytic Study of 30 Years of Inquiry. Segerstrom et al. Psychol Bull. 2004
  • Stress and immune responses after surgical treatment for regional breast cancer. Andersen et al.  Journal of the National Cancer Institute 1998

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