Yoga
Eine alte Methode im Licht der Wissenschaft
Die Ursprünge des Yogas reichen rund 4000 Jahre zurück. Während unzählige Methoden aus der Medizin der letzten Jahrhunderte als unwirksam oder sogar schädlich erkannt worden sind und damit auch vergessen wurden, ist Yoga auch im 21. Jahrhundert in vielen Ländern zunehmend beliebt. Mittlerweile stehen wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung, die den Anspruch der Methode, aber auch die Grenzen der bisherigen Forschung verdeutlichen:
Eine Untersuchung der Veröffentlichungen zu Yoga zwischen 1980 und 2007 zeigt erstaunliche Ergebnisse: Es wird beschrieben, wie mit Yoga das Körpergewicht reduziert wird, der Blutdruck gesenkt, der Zuckerstoffwechsel und der Cholesterinstoffwechsel normalisiert werden. Ebenso wird beschrieben, dass Yoga Stress reduziert und die körperliche Belastbarkeit erhöht.
Da Yoga körperliche Aktivität mit Atem- und Meditationstechniken verbindet, ist ein positiver Einfluss auf die genannten Punkte durchaus vorstellbar. Einschränkend muss gesagt werden, dass einige dieser Studien nicht allen Maßstäben der zeitgemäßen wissenschaftlichen Methodik gerecht werden. Es lohnt sich also, in regelmäßigen Abständen die neuesten Entdeckungen zu Yoga anzuschauen.
Eine aktuelle internationale Studie aus Kalifornien, Italien und Russland beschäftigt sich mit Yoga als Therapie gegen Depressionen. In dieser Studie wurden neben Fragebögen zur Einschätzung der Wirkung auf die Stimmung auch körperliche Untersuchungen des vegetativen Nervensystems eingesetzt. Grundlage dieses Vorgehens war der bereits bekannte Zusammenhang zwischen Depression und vegetativem Nervensystem, z.B. der Einschränkung der Anpassungsfähigkeit des Herzschlags (so genannte Herzfrequenzvariabilität).
Das Yoga-Programm zeigte Erfolg bei 65% der Teilnehmer, dies ist eine vergleichsweise hohe Erfolgsrate. Einschränkend muss allerdings auch hier gesagt werden, dass nicht alle wissenschaftlichen Kriterien in der Studie erfüllt wurden und die Ergebnisse im Bereich der körperlichen Untersuchungen z.T. nicht erklärbar waren.
Eine situationsbezogene Anwendung zeigte sich bei der Anwendung von Yoga bei Überlebenden des Tsunamis im Jahr 2004. Den Betroffenen wurde ein Yoga Programm von einer Woche Dauer angeboten. Nach diesem Kurzprogramm zeigte sich in der Selbsteinschätzung eine Abnahme von Angst, Trauer und Schlafstörungen.
Yoga-Unterricht wird in Deutschland in standardisierter Form angeboten. So hat beispielsweise die Fachgruppe Entspannungsverfahren des Bundesverbandes deutscher Psychologen (BDP) eigene Leitlinien zur Anwendung von Yoga in Prävention und Therapie erstellt.
Literatur
- A Review of Yoga Programs for Four Leading Risk Factors of Chronic Diseases. eCAM 2007
- Yoga as a Complementary Treatment of Depression: Effects of Traits and Moods on Treatment Outcome. eCAM 2007
- Yoga Reduces Symptoms of Distress in Tsunami Survivors in the Andaman Islands. eCAM 2007
- Leitlinien zur Anwendung von Yoga in Prävention und Therapie. www.entspannungsverfahren.com
© 2008 KECK, www.keck-medical.com



