Zuckerkrankheit und Bewegung- Kompetenzzentrum Gesundheitstourismus

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Gegen den Zucker trainieren

Gegen den Zucker trainieren

Paar fährt auf dem Fahrrad an der Küste entlang

Zuckerkrankheit und Bewegung

Nie waren weltweit so viele Menschen an Zucker erkrankt. Für die nächsten Jahre wird für viele Länder ein weiterer Anstieg prognostiziert. Die Folgen der Zuckerkrankheit betreffen viele Organsysteme und können u.a. zu Störungen des Sehens, zu Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Hauterkrankungen führen. Die Lebensqualität wird häufig mit zunehmender Dauer der Erkrankung deutlich eingeschränkt. Kann Bewegung auch hier die Erkrankung vermeiden oder die Auswirkungen mildern?

Sowohl aerobes Konditionstraining als auch Widerstandstraining scheinen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Zuckererkrankung zu senken. In einer Studie mit vielen Teilnehmern wurde sogar eine quasi mathematischer Zusammenhang zwischen der Trainingsintensität und der Reduktion des Zuckerrisikos festgestellt: Ein zusätzlicher Verbrauch von 500 kcal pro Woche war mit einem Rückgang des Zuckerrisikos (Diabetes mellitus Typ 2) um 6% verbunden. Erfreulicherweise war der Rückgang bei Menschen mit einem besonders hohen Risiko für eine Zuckererkrankung, z.B. infolge Übergewicht, besonders ausgeprägt.

Ärzte sind naturgemäß von diesen Zusammenhängen nicht ausgeschlossen: 21271 Ärzte wurden nach ihren Sportgewohnheiten befragt. Die Ärzte, die wöchentlich trainierten, bis ihnen der Schweiß ausbrach, hatten ebenfalls ein reduziertes Zuckerrisiko.

Gibt es eine untere Intensitätsschwelle, ab der ein Training nicht mehr sinnvoll ist? Studien weisen im Gegenteil darauf hin, dass bereits eine moderate Gewichtsabnahme im Rahmen einer Kombination aus Diät und Training bei Menschen mit einem hohen Zuckerrisiko die Wahrscheinlichkeit des Erkrankungbeginns deutlich verringert: Um 30-40% innerhalb von 3-4 Jahren.

Wie sollte man mit Bewegung umgehen, wenn man bereits an Diabetes Typ 2 erkrankt ist? Auch hier ist erwartungsgemäß Bewegungstraining in der Regel von Vorteil. Eindrucksvoll ist die Reduktion der gefährlichen Folgen der Zuckererkrankung definiert: Schon zwei Stunden Walking verringerte einen vorzeitigen Tod aufgrund einer Herz-Kreislauferkrankung um 34-53%.

Sowohl für Widerstandstraining als auch für aerobes Konditionstraining sind diese positiven Effekte bei Zuckerkranken dokumentiert. Manche Studien scheinen jedoch auf einen leichten Vorteil des Widerstandstrainings gegenüber dem Konditionstraining hinzuweisen. Dies ist jedoch noch nicht endgültig geklärt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Bewegung sowohl zur Vermeidung der Zuckererkrankung als auch zur Verminderung ihrer Folgen nicht nur geeignet, sondern geradezu notwendig erscheint.

Literatur

Literatur

  • Health benefits of physical activity. Warburton et al. CMAJ 2006
  • Prevention of non-insulin-dependent diabetes mellitus with physical activity. Helmrich et al. Med Sci Sports Exerc 1994
  • A prospective study of exercise and incidence of diabetes among US male physicians. Manson et al. JAMA 1992

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